Die erste Hilfslieferung

Im Dezember 2019 kam ein Anruf aus Slavutych. Der Leiter einer amerikanischen Hilfsorganisation, die verschiedene Tierprojekte in der Ukraíne -darunter auch in Slavutych- betreibt, wurde von der Tochter des Liquidatorenehepaares, Frau Melnychuk, gebeten, die Hilfsgüter nach Slavutych zu holen. Frau Melnychuk arbeitete zu dieser Zeit für die Polyklinik Slavutych. Der Klinik mangelte es damals nahezu an Allem.  Er erklärte sich bereit, die Hilfsgüter in Wetzlar abzuholen und über seine Organisation in die Ukraine einzuführen. Er verfüge über eine Anerkennung als gemeinnützige Vereinigung in der Ukraine und könne Transport und Verzollung abwickeln.

Über die Weihnachtsfeiertage 2019 wurden dann die eingelagerten Hilfsgüter sortiert, verpackt und schließlich in die Ukraine verbracht.

Leider erwies sich der Ukrainische Zoll auch diesmal nicht als sonderlich kooperativ, obwohl eine Freigabe des Gesundheitsministeriums und alle notwendigen Papiere vorlagen. Bis spät in die Nacht wurde verhandelt – ohne Erfolg: Die Hilfsgüter -und mit ihnen der Kurier- steckten in Kiew am Flughafen fest. Da alles gute Zureden nicht half, wurde dem Zollbeamten um 2.30 Uhr Deutscher Zeit als letzte Möglichkeit die sofortige Einschaltung der Ukrainischen Botschaft in Berlin ankündigt. Um 2.35 Uhr meldete der Kurier kurz per Messenger „Customs clearance done“ (Zollfreigabe erfolgt).

So gelangte die erste Hilfslieferung dann schließlich am nächsten Morgen in der Klinik Slavutych an.

Durch Zufall erfuhr ein befreundeter Arzt, Dr. Wolfgang Bunk vom Werksärztlichen Dienst Wetzlar von dieser Hilfslieferung und bot spontan seine Hilfe an: er verfügte aus einigen Sachspenden an ihn über mehrere Paletten diverser medizinischer Hilfsgüter, die er unserem Projekt gerne zur Verfügung stellen würde. Im Januar wurden die Paletten dann angeliefert. Mehrere Tage wurde sortiert, katalogisiert und umgepackt. Nach einer Woche konnte der Klinik Slavutych eine komplette Aufstellung übersandt werden. Die Klinik wollte sich um die Zollfreigabe und den Transport kümmern.

Aber wieder einmal kam alles anders, als geplant: Corona, die damit verbundenen Beschränkungen, sowie eine Ukrainische Gesetzesänderung für Lieferungen medizinischer Güter machten jegliche weitere Aktivität für fast 2 Jahre unmöglich.

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