Aufgrund des Krieges wurden die Zollregularien für Hilfslieferungen in die Ukraine erheblich vereinfacht, teilweise sogar gänzlich ausgesetzt.
Da es die Situation nicht mehr zuließ, Güter nach Slavutych zu verbringen, entschied der Vereinsvorstand, die seit 2 Jahren einlagernden medizinischen Hilfsgüter über Polen zu einer der grenznahen Verteilstellen zu verbringen. Von hier aus würde dann die Weiterverteilung an noch erreichbare Krankenhäuser in der gesamten Ukraine veranlasst.
Der Gedanke war, nun doch mal den Rechtsanwalt zu fragen, der ja seine Hilfe angeboten hatte. Vielleicht verfügte er über einige Kontakte in der Ukraine. Rostislav Kunets, so heißt der Anwalt, erklärte sich umgehend bereit, den Transport auf eigene Kosten zu organisieren. Am 03.03.2022 wurde eine Tonne Verbandmaterial, Desinfektionsmittel, OP-Handschuhe und chirurgisches Material auf einen LKW verladen, der die Hilfsgüter in die Klinik Lviv brachte, von wo aus sie verteilt wurden.
Mittlerweile war es Dr. Wolfgang Bunk vom Werksärztlichen Dienst Wetzlar gelungen, bei umliegenden Unternehmen um Spendengelder zu werben. So kamen innerhalb weniger Tage über 100.000 € Spenden zusammen. In Abstimmung mit der Klinik Lemberg wurde durch Dr. Bunk medizinisches Material, Geräte und Medikamente beschafft, die in den Kliniken des Landes am dringendsten benötigt wurden. Die Medikamente wurden auf die Bedürfnisse der Kliniken abgestimmt, die Patienten mit Spätfolgen der Strahlenfreisetzung von 1986 betreuen. Besonders berücksichtigt wurden hier Herz-Kreislauf- und Diabetes-Erkrankungen. Damit konnte in den betroffenen Kliniken sichergestellt werden, dass auch während des Krieges eine Weiterversorgung der Strahlenopfer möglich war.
Innerhalb weniger Tage stand wieder eine Tonne Hilfsgüter bereit, die per LKW nach Lviv gebracht wurde. Auch dieser Transport wurde von Herrn Kunets auf eigene Kosten organisiert.
Der Verein dankt ausdrücklich Herrn Dr. Wolfgang Bunk und Herrn Rostislav Kunets für Ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft.
