Unterstützung für die Klinik Chernobyl

n den ersten Kriegswochen wurde die Klinik Chernobyl von russischen Truppen besetzt. Die Gebäude wurden stark beschädigt, Ausrüstung und Fahrzeuge wurden gestohlen. Die Klinik musste den Betrieb weitgehend einstellen.

Nach dem Abzug der Russen begann das Personal damit, die Schäden zu beseitigen. Unser Freund Max kontaktierte uns, und bat um Hilfe. Am dringendsten benötigt wurde ein Ersatz für die gestohlenen Krankenwagen. Ein passendes Fahrzeug, ein Ford Transit mit Hebebühne für Rollstühle, fand sich bei einem Händler nahe Köln. Das Fahrzeug wurde aus den noch vorhandenen Spendengeldern gekauft und nach Wetzlar geholt. Die Klinik Chernobyl organisierte einen Fahrer, der das Fahrzeug überführen sollte. Die Zollformalitäten wurden im Voraus erledigt. Der Transporter war groß genug, die restlichen in Wetzlar lagernden Hilfsgüter aufzunehmen. Auch das Ultraschallgerät wurde verladen. Am 06.06.2022 traf der Transporter in Chernobyl ein. Mithilfe des neuen Fahrzeuges, des Ultraschallgerätes und der neuen „Grundausstattung“ an medizinischem Verbrauchsmaterial konnte die Klinik ihren Betrieb wieder aufnehmen und auch Krankentransporte bis nach Kiew waren wieder möglich.

Leider eignete sich der Ford Transit aufgrund seiner Größe nicht für Notfalleinsätze, da die Straßen in der Umgebung zum großen Teil zerstört waren und schlecht befestigte Wege befahren werden mussten. Die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug hierfür gestaltete sich als schwierig. Es sollte ein kleineres, älteres Fahrzeug sein. Keine komplizierte Technik, kein Motor mit Turboaufladung, wenig Elektronik, damit man das Fahrzeug vor Ort notfalls selbst reparieren könne. Zusätzlich sollte es unauffällig, am besten dunkel, sein, da trotz des Abzugs der russischen Truppen noch vereinzelt zivile Fahrzeuge von verbliebenen Soldaten beschossen wurden – auch gekennzeichnete Krankenwagen.

Ein Händler für alte Militärfahrzeuge nahe Frankfurt hatte ein passendes Fahrzeug vorrätig – einen VW T4 mit einem robusten Dieselmotor in hervorragendem technischem Zustand. Das Fahrzeug erfüllte alle Kriterien, inclusive der matten olivgrünen Lackierung. Nachdem der T4 noch eine Inspektion und neue Verschleißteile bekommen hatte, wurde er von Max persönlich in Wetzlar abgeholt und nonstop nach Chernobyl überführt – eine Reise, die 3 Tage dauerte.

Mit an Bord waren noch weiteres medizinisches Verbrauchsmaterial und Süßigkeiten für die Kinder eines Waisenhauses – ein Hilfsprojekt, das Max in Eigenregie führt. Für die Kinder gab es außerden selbstgehäkelte Mützen und Schals, die von einer Privatperson gespendet wurden.

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